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Neuerscheinung in Oxford Economic Papers

Neue Studie von Laszlo Goerke und Sven Hartmann zum Thema „Habit Formation and Trade Unions“ in der Fachzeitschrift Oxford Economic Papers veröffentlicht.

Die Annahme, dass Präferenzen separabel über die Zeit hinweg sind, also beispielsweise die Bewertung des heutigen Einkommens nicht von den Vermögensverhältnissen der Vergangenheit abhängt, war lange Zeit eine wichtige Basis für ökonomische Analysen menschlichen Verhaltens. Empirische Befunde legen jedoch nahe, dass das Wohlbefinden von Individuen nicht nur von ihrem gegenwärtigen Lohn bestimmt, sondern auch durch den Vergleich mit dem früheren Einkommen beeinflusst wird. Vielfach ziehen Beschäftigte einen über die Zeit hinweg ansteigenden Lohn einem sinkenden Einkommen vor, selbst wenn die Summe aller Zahlungen in beiden Fällen gleich ist. Entsprechend wirken sich Präferenzen, die von Vergleichen über die Zeit hinweg mitbestimmt werden, auf das Verhalten von Individuen aus, wie für eine Vielzahl von ökonomisch relevanten Situationen bereits gezeigt wurde. Sie haben folglich auch Einfluss auf die Wirkungsweise von Arbeitsmarktinstitutionen.

Aufbauend auf dieser Erkenntnis, untersuchen Laszlo Goerke und Sven Hartmann, inwieweit vergleichende Präferenzen die Ergebnisse von Tarifverhandlungen verändern und welche Konsequenzen sich hieraus ergeben. In ihrer theoretischen Analyse zeigen die beiden an der Universität Trier und am IAAEU tätigen Autoren, dass eine heutige Lohnerhöhung nicht nur zu einem Rückgang der Beschäftigung führt, sondern auch einen negativen Effekt auf den künftigen Nutzen der Beschäftigten impliziert. Dieser Effekt erhöht somit die Kosten einer Lohnerhöhung, relativ zu einer Lohnsteigerung in der Zukunft. Vergleichende Präferenzen führen folglich dazu, dass eine Gewerkschaft ein im Zeitverlauf ansteigendes Lohn- und damit ein sinkendes Beschäftigungsniveau präferiert, verglichen mit einem Szenario ohne vergleichende Präferenzen, mit entsprechenden Konsequenzen für Tarifverhandlungen. Die beiden Autoren zeigen zudem, dass regulatorische Änderungen, wie beispielweise Erhöhungen des Arbeitslosengeldes, die nur übergangsweise eingeführt werden, aufgrund der vergleichenden Präferenzen langfristige Auswirkungen auf Löhne und Beschäftigung haben.

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