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IAAEU virtuell in Köln - ein Rückblick auf die Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik

Vom 27. bis 30. September 2020 fand in virtuellen Räumen die alljährliche Konferenz der deutschsprachigen Ökonominnen und Ökonomen statt, die Tagung des Vereins für Socialpolitik. Diese Treffen stehen jedes Jahr unter einem anderen Motto, dieses Mal war das Schwerpunktthema ‚Gender Economics‘. Vor allem die ursprünglich als Plenumsvorträge geplanten Referate setzten sich mit verschiedenen Aspekten des Konferenzmottos auseinander. So sprach Manual Bagues aus Warwick über Geschlechterquoten in der Wissenschaft. Der wichtigste Teil der Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik ist die offene Tagung, auf der dieses Jahr in 140 Arbeitsgruppen gut 400 Vorträge gehalten wurden. Die Vortragenden wurden in einem wettbewerblichen Verfahren von einer Auswahlkommission bestimmt. In diesem Jahr waren alle Doktoranden der ökonomischen Arbeitsgruppe des IAAEU mit eigenen Referaten vertreten. So waren an insgesamt acht der auf der Jahrestagung vorgestellten Untersuchungen Mitarbeiter des IAAEU beteiligt. Einschließlich anderer Mitglieder der Universität Trier sind daher fast 3% aller referierten Analysen in der Geburtsstadt von Karl Marx oder unter Mitwirkung von dort tätigen Forscherinnen und Forschern erstellt worden. Dieser Anteil ist umso beeindruckender, als es in Deutschland gut 100 Universitäten gibt, und an der Jahrestagung traditionell auch viele Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wirtschaftswissenschaftler aus Österreich und der Schweiz teilnehmen. Die Vorträge der Trierer Mitarbeiter des IAAEU haben sich mit einer Vielzahl von vor allem arbeitsmarkt- und personalökonomischen Fragestellungen auseinandergesetzt. So untersuchten Alberto Palermo und Laszlo Goerke zusammen mit Marco de Pinto (ehemals IAAEU), wie sich Unsicherheit über die Produktivität von Managern auf deren Arbeitsverträge auswirkt und welche Rückwirkungen sich auf Gütermärkte ergeben. Konstantin Homolka präsentierte eine Arbeit, die in Kooperation mit Adrian Chadi (ehemals IAAEU, jetzt Universität Konstanz) entstanden ist. Sie analysieren, ob kleine Lügen von Teamkollegen die Arbeitsmotivation anderer Teammitglieder beeinflussen. Gabriel Schultze referierte zu "Does Relative Age Make Jack a Dull Student? Evidence from Students’ Schoolwork and Playtime". In dieser gemeinsam mit Luca Fumarco (ehemals Gastforscher am IAAEU und jetzt Tulane University) verfassten Studie wird der Zusammenhang zwischen relativem Alter und der Zeiteinteilung von Schülerinnen und Schülern analysiert. Schließlich präsentierte Sven Hartmann eine Untersuchung mit direktem Bezug zum Schwerpunktthema der Jahrestagung. In „Television and Genderstereotypes“ geht er der Frage nach, inwiefern sich im Fernsehen vermittelte Geschlechterstereotype auf Einstellungen zu Ehe, Scheidung und Familienplanung auswirken. Eine vollständige Liste aller Präsentationen von Mitarbeitern der ökonomischen Arbeitsgruppe des IAAEU findet sich hier. Im Anschluss an die jeweiligen Vorträge wurden die Analysen intensiv diskutiert und vielerlei Anregungen und Verbesserungsvorschläge vorgebracht. Insgesamt hat die Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik verdeutlicht, welche Bedeutung die Arbeit von in Trier beheimaten Ökonominnen und Ökonomen für die Forschung in Deutschland hat. Die nächste Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik soll 2021 in Regensburg stattfinden. Die Mitarbeiterin und Mitarbeiter des IAAEU arbeiten daran, auf dieser Konferenz wiederum umfassend ihre Ergebnisse zu präsentieren und hoffen, dass dafür eine Reise in die Oberpfalz notwendig wird und auf den Besuch virtueller Räume verzichtet werden kann.